Seit 1868 im Familienbesitz

Fritz Brinkmann und seine Frau Anna, geb. Scholvin, erwarben vom Landvogt ein Grundstück im Ortskern von Riede. Im Jahre 1868 war das große Gebäude fertiggestellt. Neben der Gastwirtschaft wurden auch ein Gemischtwarenladen und eine kleine Landwirtschaft betrieben. In den ersten Jahren lag die Gaststätte etwas abseits der großen Hauptstraße. Doch Fritz Brinkmann hatte ein gutes Gespür. Die Straßenführung wurde begradigt, und die Kreisstraße von Hoya nach Bremen führte, wie auch heute noch, direkt an der Haustür des Geschäftes vorbei. Fritz Brinkmann kümmerte sich in erster Linie um den Gemischtwarenladen und die Landwirtschaft, während seine Frau die Gaststätte leitete. Da Anna Brinkmann eine gute Köchin und tüchtige Geschäftsfrau war, wurde das Gasthaus bald weit über die Grenzen von Riede hinaus bekannt.

Die Bauern aus der Grafschaft Hoya, die mit dem Planwagen zum Markt nach Bremen fuhren, um ihre landwirtschaftlichen Produkte zu verkaufen, legten auf dem Rückweg hier Rast ein. Sie versorgten ihre Pferde und stärkten sich dann selber. Eine Kanne Bohnenkaffee kostete damals 50 Pfennig. Aber auch die Rieder kehrten nach Feierabend ein, um in fröhlicher Gesellschaft ihre alltäglichen Sorgen zu vergessen. Wer allerdings Anschreiben ließ, wurde auf einer Schiefertafel, die in der Gaststube hing, öffentlich erwähnt. Da Anna und Fritz Brinkmann keine leiblichen Erben hatten, übernahm 1913 ihr Neffe Dietrich Scholvin zusammen mit seiner Frau Anna das Geschäft.

Der kurz danach einsetzende Weltkrieg brachte eine Pause im geschäftlichen Leben.

Doch nach dem Krieg ging es Anfang der zwanziger Jahre langsam wieder aufwärts. Das Haus war mittlerweile zum Zentrum des Ortes geworden, da sich in seine Räumen auch die Post und die Sparkasse befanden. Ab 1929 fand die Sparkasse ein neues Domizil. Anna und Dietrich Scholvin adoptierten den Neffen von Anna Scholvin und fanden in ihm einen würdigen Nachfolger, denn im Jahre 1923 stieg der gerade 20-jährige Johann Ortmann mit in das Geschäft ein. In einer Urkunde vom 21.05.1926 wurde vereinbart, in Zukunft den Namen „Scholvin-Ortmann“ zu tragen.

Im selben Jahr gab es eine weitere große Veränderung. Der neue Festsaal, auch heute noch der größte in der weiteren Umgebung, war fertiggestellt. Ein alter Saal im ersten Obergeschoß des Hauses hatte sich als zu klein erwiesen. Gleichzeitig wurde auch eine Kegelbahn gebaut, die bald darauf regen Zulauf fand. Nachdem Johann Scholvin-Ortmann die aus Dorum stammende Frieda Oest geheiratet hatte, übernahm er die Verantwortung für das Geschäft. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges erfolgte die Modernisierung des Gemischtwarenladens.

Auch Johann Scholvin-Ortmann mußte in den Krieg ziehen und ließ seine Frau und die Kinder zurück. Doch er überstand die Kriegszeiten unversehrt. Er konnte bald aus der Gefangenschaft nach Hause zurückkehren.

Mitte der fünfziger Jahre wurden die beiden Söhne nach Abschluß ihrer Schul- und Lehrzeit in das Geschäftsleben mit einbezogen. Während der jüngere Sohn Karl Scholvin-Ortmann den Laden leitete, übernahm Günter die Gastwirtschaft. Er heiratete 1961 die Riederin Traute Ortmann, die als gelernte Köchin für neuen Aufschwung sorgte. In den darauffolgenden Jahren erfolgte die Renovierung des gesamten Betriebes. Die Gaststube wurde ausgebaut und die Kegelbahn auf Automatik umgestellt. Bis dahin hatten sich die Rieder Jungen immer ein Taschengeld hinzuverdienen können, indem sie die Kegel per Hand wieder aufstellten und die Kugel zurückwarfen. Die Modernisierung des Festsaales fand 1965 statt. Drei große gußeiserne Kohleöfen wurden entfernt. Dafür installierte man eine Zentralheizung. Nachdem die Post Ende der sechziger Jahre eigene Gebäude bezog, erfolgte 1969, nachdem Karl Scholvin-Ortmann geheiratet hatte, auch die Trennung von Gastwirtschaft und Gemischtwarenladen. Eine gemütliche Grillstube fand jetzt hier ihren Platz. Auch die Klubräume wurden neu gestaltet. Zurecht konnte man nun vom „Haus der Festlichkeiten“ sprechen. Dieser Zusatz zum Familiennamen ist inzwischen überall bekannt.

Der Sohn von Günter und Traute, Frank Scholvin-Ortmann, absolvierte mit Bravour seine Ausbildung zum Koch und wurde dann schnell voll in das Geschäftsleben integriert. 1986 wurde die Kegelbahn modernisiert und der Festsaal mit einer Klimaanlage ausgestattet.
Durch die Heirat von Frank im Jahr 1996 (Tochter Tabea wurde im Sommer 1997 geboren) mit Heike, geb. Bartels, aus Thedinghausen, die sich voll mit in den Betrieb einbrachte, wurden neue Ideen umgesetzt und die Breite der Dienstleistungen ausgebaut.
Zunächst wurde die Grillstube in einen geschmackvollen Raum, das sogenannte “Grüne Stübchen”, für Gesellschaften mit bis zu 25 Personen umgestaltet. Im Außenbereich wurde ein idyllischer Sommergarten angelegt, der sich sowohl bei den einheimischen Gästen als auch bei Fahrrad-Ausflüglern großer Beliebtheit erfreut. Weitere Modernisierungen und Erweiterungen des Flurs und der Toiletten, des Saals und Gaststube folgten. Neben den lokalen Festlichkeiten hat sich das Haus auf große Gesellschaften (mit bis zu 400 Sitzplätzen) und stilvolle Hochzeitsarragements spezialisiert. Mittlerweile zählen zum Personal des Hauses neben den Familienangehörigen auch fest angestellte Mitarbeiter und zwei Auszubildende.

Mit dem Jahrtausendwechsel gab es einen ersten Internetauftritt und mit der Euro-Einführung wurden dann die nächsten Modernisierungen in Angriff genommen.

Im Jahr 2001 wurde die Küche – das Aushängeschild des Hauses – mit den täglich frisch zubereiteten Spezialitäten, selbstverständlich auch aus der heimischen Region, erweitert und modernisiert. Seit diesem Jahr bieten auch vier Gästezimmer den auswärtigen Besuchern bei Feierlichkeiten, aber auch Geschäftsreisenden, Möglichkeit zur Übernachtung.

Seit 2005 ist das „Haus der Festlichkeiten“ ganztags durchgehend geöffnet. Es wird jetzt auch täglich Frühstück, Mittagstisch sowie Kaffee und selbstgebackener Kuchen angeboten. So kann unter anderem auch den immer steigenden Anfragen, spezielle Arrangements für Gruppen und Vereine zu organisieren, nachgekommen werden. Außerdem wurden im Nachbarhaus zwei Komfortzimmer für die Gäste eingerichtet.

2006 folgte die Renovierung des Club- und Kaminzimmers. Bequeme, schöne Stühle und helle Fensterfronten sorgen für freundliche Räume, in denen sich der Gast noch wohler fühlen kann. Außerdem wurde für den Saal eine komplett neue Bestuhlung angeschafft, die das Ambiente des festlichen Tanzsaals noch erhöht hat.

2008 stand dann die Modernisierung der Gaststube und des Clubzimmers sowie die Anschaffung neuer Möbel für den stark frequentierten Sommergarten an. Der Internetauftritt wurde professionell überarbeitet, neu gestaltet und modernisiert.

Auch in 2009 investierte der aufstrebende moderne Familienbetrieb weiter. Die neue Theke im Festsaal besticht durch ihre zeitlose Eleganz und lässt für die Gäste und Mitarbeiter keine Wünsche mehr offen. Inzwischen empfiehlt sich das „Haus der Festlichkeiten“ – mit modernster Technik ausgestattet – auch für Tagungen aller Größenordnungen. Im gesamten Haus steht WLAN zur Verfügung.

Gezielte, der Zeit angemessene Investitionen und die private Exklusivität der Räumlichkeiten gewährleisten für Ihre Familien- oder Betriebsfeiern sowie für Übernachtungsgäste eine außergewöhnliche und gediegene Atmosphäre.
Riede, Frühjahr 2013

Lieber Gast,
wie Sie gerade in der kurzen Chronik unseres Hauses gelesen haben, hat sich seit 1868 vieles verändert, aber geblieben ist das redliche Bemühen um das Wohl unserer Gäste. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt im Haus der Festlichkeiten Scholvin-Ortmann - dem Treffpunkt netter Leute.

Ihre Familie Scholvin-Ortmann

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